How ya doing, Buddy?

 
23November
2013

Vancouver

Ich bin jetzt schon seit geraumer Zeit in Vancouver. Nach über zwei Wochen im Hostel und einer Woche wohnen bei Freunden bin ich in zur Untermiete in eine Wohnung im Westend gezogen. Meine Krise, nach Europa zurück kommen zu wollen und hier alle Zelte abzubrechen habe ich nach gut anderthalb Wochen auch überstanden. Aber das kommt vor. Neben sehr viel Arbeiten, Vollzeit auf einer Baustelle, gehe ich viel in die Bibliothek, kaufe Lebensmittel ein (einmal die Woche wird ein Großeinkauf gemacht, mit Rucksack und Tüten beladen), oder unternehme etwas mit den paar Freunden, die ich habe.

Das Wetter ist noch sehr mild, noch über null Grad meistens, regnerisch, sonnig, eigentlich ein sehr schöner Herbst. Deshalb war ich umso erstaunter, als ich letzte Woche auf Grouse Mountain wandern war, und oben alles eingeschneit und arschkalt war. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich weiß jetzt auch, dass Kanadier auch frieren! Die kleiden sich nur anders! Ich war auf der Arbeit der einzige, der keine lange Unterhose anhatte, und die haben mich durch die Bank weg dafür ausgelacht! Habe daraus gelernt.

Vancouver hat sich auch tatsächlich als die schöne Stadt herausgestellt, die ich von meiner Ankunft in Canada in Erinnerung hatte. Berge, Meer, und von meinem Arbeitsplatz im Norden der Stadt hat man einen der besten Ausblicke überhaupt auf das ganze Lower Mainland, bis zu den USA und Vancouver Island.

Gestern war ich das erste Mal bei einem Hockeyspiel, und es war GEIL! Richtig lustig. Drei Prügeleien, ganz viel dumme Werbung... Hat sich gelohnt. Obwohl ich nichts dafür bezahlt habe, hatte Freikarten von der Arbeit bekommen =)

28Sept
2013

Lake Louise

Ich bin also den Icefield-Parkway runter, mit einem kleinen Schlenker (100km) über Mount Robson, den anscheinend höchsten Berg in den kanadischen Rockies. Nun ja. Der war ganz nett. Aber der Parkway runter nach Lake Louise ist wirklich eine landschaftliche Sensation! Um zwei der größten Sehenswürdigkeiten zu nennen: Athabasca-Falls (da war ich schon mal, ich erinnere mich an die Fotos) sowie das Columbia-Icefield, ein Gletscher, auf dem die Touribusse rumfahren. Das ist echt abartig, aber was will man machen. Kann der Gletscher ja nichts für, und der selbst ist echt cool.

Ja, in Lake Louise dann wieder ins Hostel, natürlich wieder nicht reserviert, aber die hatten noch Plätze frei. Echt gutes Hostel, nur leider war die Zielgruppe ungefähr 20+ Jahre älter als ich. Aber ich war ja da wegen den Seen, und nicht wegen den Leuten. Also habe ich mir Lake Louise angeschaut, DAS MUSTSEE in den Rockies. Vollkommen überlaufen, und echt nicht sooooo spannend. Ein See halt. Ich muss zugeben, es war bewölkt, und mit Sonne mag der ja wirklich cool aussehen. Dort jedenfalls habe ich eine sehr schöne Wanderung um den See herum gemacht, der von der anderen Seite auch tatsächlich deutlich attraktiver war, und dann ging es hoch in die Berge, den Plain-of-six-glaciers-Trail, hoch zu einem urigen Teehaus. Und natürlich war es da oben verdammt kalt und hat geschneit. Aber Bergziegen habe ich gesehen.(OH, und vier Stunden habe ich an dem Tag auch gearbeitet, Housekeeping im Hostel, habe dafür die Nacht umsonst bekommen)

Am nächsten Tag ging es dann noch schnell per Anhalter zum Moraine-Lake, und Lake Louise ist eine Kläranlage dagegen. Der ist wirklich schön!!! Leider hatte ich nicht die Zeit (besser gesagt, ich habe sie mir nicht genommen, ich war ein bisschen unter Stress, weil ich immer noch keine Sozialversicherungsnummer hatte), um die wahrscheinlich wunderbaren Wanderwege dort auszutesten. Denn am gleichen Tag ging es weiter nach Banff.

25Sept
2013

Natürlich gibt es keinen McDonalds...

Also, die letzten Tage waren spannend. Als ich dann mitten in der Nacht aus dem Greyhound in Jasper ausgestiegen bin, habe ich schnell verstanden, dass es verdammt kalt ist und es in diesem Ort keinen McDonalds gibt. Sonst sind sie wie ne Seuche, nur wenn man mal einen braucht, gibt es keinen. Also wie die Nacht verbringen? Hostel natürlich nicht gebucht, und es liegt weit außerhalb, und hat keinen Nachtportier. Pustekuchen.

Ich habe dann versucht, in den drei Bäckereien, die gerade angefangen hatten zu backen, irgendwie auszuhelfen in der Nacht oder zumindest im Warmen sitzen zu können. Wollten sie aber nicht.

Schlussendlich habe ich dann ein Taxi, genommen, in der Hoffnung, dass der Fahrer Recht mit seiner Annahme hat, dass das Hostel die ganze Nacht offen hat und man in die Küche kann. Gott sei Dank war das der Fall, sodass ich gut zwei Stunden Schlaf auf einer Couch in der Küche bekommen konnte. Wenigstens etwas. Warum bin ich nochmal so überstürzt aus Edmonton weg?

Der Morgen sah dann schon besser aus, ich habe eingecheckt, und bin in den Ort gefahren worden (nette Leute überall), um einkaufen zu gehen. Nach erfolgreicher Lebensmittelaufnahme bin ich schon fast zurück bis zum Hostel gelaufen, bis ich mich endlich getraut habe, dass erste Mal in meinem Leben per Anhalter zu fahren. Und es hat funktioniert!!! War ne Gude.

Trotz des wenigen Schlafs bin ich dann erstmal ausgiebig wandern gegangen. 8km one-way hoch auf den Whistler-Mountain. Es war kalt, ich habe geschwitzt und war vollkommen erschöpft, und dann hat es oben auch noch geschneit. Hat sich aber trotzdem gelohnt.

Und dann ging der Spaß weiter. Eigentlich hätte es in Jasper noch viel zu entdecken gegeben, und ich hatte auch zwei Nächte gebucht, jedoch habe ich ein paar Schweizer kennengelernt, von denen einer am nächsten Morgen den wunderschönen Icefield-Parkway nach Lake Louise fahren wollte. Da bin ich natürlich mit =)

24Sept
2013

Back to the city

Ich schreibe kurz von einer Greyhound-Station aus. Wie ich hier hingekommen bin?

Am Sonntag habe ich mich von der Lodge verabschiedet, war mal wieder nicht so einfach, da ich dort einige Freunde gefunden habe. Danke für die schöne Zeit!

Der Flug raus war wunderschön, alle Laubbäume gelb, die Sonne kurz vorm Untergehen... Hatte was. In Yellowknife dann noch mal kurz rausgegangen, das Fliegerdenkmal angeschaut und dann wieder im B&B gepennt. Am nächsten Morgen bin ich dann früh raus, um etwas von der Stadt zu sehen, hatte aber nicht allzuviel Zeit, für Museum und Souveniers hat es aber gereicht.

In Edmonton dann am gleichen Tag angekommen, hatte ich mir natürlich noch keinen Plan zurechtgelegt. Hätte ich vielleicht mal machen sollen. Am Flughafen bekomme checke ich nochmal die Mails (freies Wlan), und sehe, dass mich spontan ein Couchsurfer eingeladen hat. Da das mit der Kommunikation aber ein bisschen schwierig war, habe ich ihm für die nächste Nacht zugesagt und wollte dann erst einmal ins Hostel. Nur war das voll. Mist. Die Dame an der Rezeption hat mich dann ne Stunde warten lassen, vielleicht springt ja noch einer ab. Was dann auch der Fall war. Passiert, wenn man nicht reserviert. Aber ich lerne ja nicht aus meinen Fehlern.

Naja, den nächsten Tag habe ich dann mit dem Versuch, Winterklamotten zu kaufen verbracht, war aber nicht erfolgreich, da die Läden alle erst diese Woche anfangen, Skihosen rauszulegen. Da ist man in der größten Mall Nordamerikas (?), und bekommt keine Wintersachen. Fürs Museum hat es dann auch noch gereicht, und jetzt fängt der Spaß an.

Ich weiß nicht, welcher Abenteuersinn mich da gepackt hat, jedenfalls habe ich die sichere Couch abgesagt, ins Hostel gesputet, Rucksack geschnappt und zur Greyhound-Station geeilt. Hier sitze ich also nun, abends um acht, um in den Ort Jasper in den Rockies zu fahren. Und, richtig: Keine Übernachtung gebucht. Wird ja wohl irgendwo einen McDonalds geben, wo man sich die Nacht um die Ohren schlagen kann.

19Sept
2013

Kurze Tage

Die Tage hier oben werden jetzt immer kürzer und kürzer. Das ist auch der Grund, warum ich solange nichts mehr berichtet habe. Ich hatte schlicht keine Zeit. Da es aber Einiges zu berichten gibt und ich nur noch knapp vier Tage an diesem einem Ort bleiben werde, muss ich nun ein bisschen was nachholen. Und dann geht es weiter mit meiner Freiheit.

Da fängt das Problem auch schon an. Es ist unglaublich schwer, sich persönlich auf etwas festzulegen, wenn man alle Möglichkeiten offen hat. Zumindest geht es mir so. Jobsuche im Voraus ist auch schwer, da man ja nie so genau sagen, wo es einem gefällt und wo man die nächsten paar Wochen verbringen möchte. Also: Qual der Wahl. Though life.

Aber erstmal der Reihe nach. Ich habe meinen nächsten Bären gesehen. Diesmal richtig, lang und sehr nah. Das kam so: Ich hatte mal wieder einen Haarschnitt nötig, meine Haarpracht hat mich gestört. Also nen Deal mit einer "Kollegin" ausgemacht, Haarschnitt gegen einmal abspülen. So läuft das hier.
Wir sitzen also vor ihrem Zelt, da sagt sie auf einmal, dass wir mal den Stuhl umdrehen sollten, sie könnte so nicht richtig schneiden. Erwies sich als Fügung des Schicksals, denn zehn Minuten später trappelt ein Bär genau in mein Blickfeld. Ich fange ungläubig auf deutsch an zu schreien, was sie natürlich nicht versteht, bis ich dann irgendwie die Worte "Bärhorn" und "Kamera" rausbringen kann. Dreimal muss ich das Horn blasen, damit der Bär sich bewegt, und erst beim vierten Mal haut er ab. Die Kamera war natürlich noch auf Nachtmodus, das heißt, man sieht rein gar nichts...
Auf den Lärm kommen natürlich alle angerannt, große Aufregung, back to normal.

Denkste.

Circa zwei Stunden später fliegt ein Helicopter über die Lodge, dreht ein paar Runden und landet dann. Wir uns schon gewundert, der sollte doch erst vier Tage später kommen. Der Heli war auch nicht für uns, wie sich dann rausgestellt hat, die Pilotin hat ernsthaft nur gefragt, ob sie hier richtig ist und ist dann wieder abgeflogen. Nach dem Weg fragen auf kanadische Art.

Die gleiche Pilotin kam dann ein paar Tage später nochmal wieder, um zwei Geologen einzusammeln, die hier Gesteinsproben analysiert haben (Die Pilotin war so taff, die kann man sich gut in einer Truckerkneipe vorstellen, wo sie die Trucker unter den Tisch säuft. Und hey, sie kann Heli fliegen...). Jedenfalls hatten die Geologen noch ein paar "Freiminuten" bei der Helifirma gut, was sie genutzt haben, um uns alle einmal auf einen kurzen Flug einzuladen. Hubschrabbbschrabbsschrabbb.

Neben diesen Highlights habe ich die Tage eifrig mit Schreinern an der Sauna verbracht, was mir sehr viel Spaß macht. Terrasse, Treppen hochziehen, Bänke bauen, Ofen einbauen etc... Der "Meister" sozusagen ist entweder William oder Archie, zwei Brüder, Dene First Nations,die, seitdem sie fünfzehn sind, immer mal wieder für die Lodge arbeiten und die Jungs für alles sind, was mit Motoren, Holz, Reparaturen etc. zu tun hat. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Beiden, und komischerweise bin ich auch der Einzige, mit dem sie arbeiten wollen. Die anderen werden immer weggeschickt und zu nur herbeigeholt, wenn wir mal Hilfe beim anheben von irgendwas brauchen. Um noch ein bisschen mehr an der Sauna zu arbeiten bevor ich gehe, habe ich darauf verzichtet, in der Beschaffung von Feuerholz mitzuhelfen. Was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat, da es nun RICHTIG kalt ist. Nachts unter null, und heute hatten wir, ohne Mist, den ERSTEN SCHNEE!!! Ich bin natürlich noch nicht auf diese Temperaturen eingestellt und habe auch noch nicht die entsprechenden Klamotten. Muss mich in Edmonton erstmal neu einkleiden.

Die Gäste die hier herkommen plagen alle keine Geldprobleme, ansonsten könnten sie den Aufenthalt hier nicht bezahlen. Zwei Beispiele: Geschäftsführer einer führenden kanadischen Tageszeitung sowie Selfmade-Millionär, der seine Firma verkauft und ein paar Millionen beim Spekulieren verloren hat und jetzt nur noch reist. Stabil. Und trotzdem echt coole Typen.

Das Netzwerk meiner Bekanntschaften spannt sich immer weiter, ich habe feste Zusagen von Gästen, bei Ihnen in Toronto und Halifax unterzukommen, sowie einen Aushilfsjob im Catering unserer Köchin in Vancouver über den Winter. Ich bin nicht der beste Netzwerker, dafür bin ich zu wenig kommunikativ, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich werde diesen See wirklich vermissen, ich habe hier mal wieder gemerkt, wie gerne ich doch am Wasser bin. Leider ist er jetzt deutlich zu kalt, um unbeschwert schwimmen gehen zu können, aber sich morgen das Gesicht im See zu waschen ist unbezahlbar. Auch die Sauna liegt direkt am Wasser, sodass ich auch immer in Wassernäher gearbeitet habe. Das wird mir fehlen. Aber jetzt geht es weiter, jetzt heißt es, die Bequemlichkeit von drei warmen und fertig zubereiteten Mahlzeiten zu vergessen und wieder auf Selbstversorger umzuschalten. Ich habe jetzt schon keinen Bock mehr, Geld auszugeben. Auch Autos und Menschen zu sehen wird am Anfang erst einmal kurios, aber ich merke, dass ich wieder mehr leben um mich herum benötige. Die Nacht in Yellowknife ist sicher, alles nach dem Flug am Montag ist ungewiss. Mal schauen, wohin es mich verschlägt.

Bis demnächst. Und danke, dass du so tapfer warst, bis ans Ende dieses Eintrages zu lesen.

03Sept
2013

# 5

Auf einem Berg zu stehen und in einem 360° Winkel nichts als Bäume, Seen und Himmel (2/3 des Sichtfelds) zu sehen, ist ein berauschendes Gefühl.

03Sept
2013

# 3

Den meisten U.S.-amerikanischen Staatsbürgern sieht man es einfach an, dass sie Amis sind.

03Sept
2013

# 4

"Trolling", das langsame Fahren eines Bootes mit ausgeworfener Angelleine, ist in einem Motorboot zum Kot***, da man sich ständig um den Motor kümmern muss und das Geräusch einfach nervt. In einem KANU allerdings sieht die Sache anders aus. Man ist ja sowieso unterwegs, da kann man die Leine auch hinten rauswerfen. Und es funktioniert. Warum ich da nicht früher drauf gekommen bin...

03Sept
2013

# 2

Japaner sind verrückt nach Nordlichtern. Es gibt eine richtige Tourismusindustrie dafür. Der Markt boomt.

03Sept
2013

# 1

Japaner sind sehr angenehme Zeitgenossen, obwohl die Kommunikation auf Grund sehr großer Höflichkeit manchmal sehr anstrengend ist. Da fehlt oftmals ein klares "Nein".

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